EAM Visualisierung für die Kaffeeküche

EAM Visualisierung am Ort der Begegnung

Ich habe vor einiger Zeit ein Projekt begleitet, in dem unter anderem zwei IT-Landschaften zusammengelegt werden sollten. Die am Projekt beteiligten IT-Architekten hatten eine sehr gute Übersicht entwickelt. Sie zeigte den aktuellen Stand der Systemmigration aus den existierenden „alten“ Teillandschaften in die „neue“ gemeinsamte IT-Landschaft. Jeden Monat wurde diese Übersicht aktualisiert und in die Kaffeeküche auf einem DIN-A0-Ausdruck gehängt.

Die Darstellung wurde per Hand in Microsoft’s Visio aktualisiert. Sie schaffte den Spagat zwischen technischer Korrektheit und Verständlichkeit für die, die keine IT-Spezialisten sind. Die Kaffeeküche als Ort der Begegnung war für eine EAM Visualisierung strategisch klug gewählt. Nachdem die monatliche neue Darstellung aufgehängt war, stieg zumindest bei mir der Kaffeekonsum und die Verweildauer in der Küche an. Natürlich rein fachlich motiviert, versteht sich.

Ich war dankbar für die aktuellen Informationen. Beneidet habe ich die IT-Architekten aber nicht um den Erstellungsaufwand, den sie monatlich zusätzlich trieben, um das große Übersichtsbild für das gesamte Projektteam aktuell zu halten.

Von der Praxis in die Wissenschaft

Zu der Zeit habe ich noch im OFFIS, dem Oldenburger Institut für Informatik gearbeitet und hatte so Zugriff auf Studenten. Mit Steffen zusammen haben wir eine Bachelor-Arbeit ausgeschrieben, die eine von den Projekterkenntnissen inspirierte Darstellung entwickeln sollte. Es ging im Kern darum eine EAM Visualisierung zu konzipieren, die die Konsolidierung von zwei IT-Landschaften in eine neue IT-Landschaft zu unterschiedlichen Zeitpunkten darstellen kann.

Teil der Bachelor-Arbeit war es, einen technischen Vorläufer der heutigen vGen-Software zu nutzen, um die Darstellung automatisch aus Daten generieren lassen zu können. So entfällt der komplette fehleranfällige und zeitintensive Prozess die Darstellung regelmäßig per Hand aktualisieren zu müssen.

Die zu lösende Hauptherausforderung in der Arbeit lag darin, die Zeit zu berücksichtigen, über die sich die IT-Landschaften während ihrer Zusammenlegung verändern. Ein Bild ist ja zunächst statisch: Es wird zu einem bestimmten Zeitpunkt erzeugt und stellt einen Zustand zu einem bestimmten Zeitpunkt dar. Thomas Hellkamp hat die Herausforderungen angenommen und seine Bachelor-Arbeit mit dem Titel Zeitorientierte Visualisierungen von Unternehmensarchitekturen: Konzept einer Konsolidierungskarte am Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik der Uni Oldenburg verfasst.

Steffen und ich haben die Ergebnisse der Arbeit in einen wissenschaftlichen Konferenzbeitrag gegossen und auf dem VDE-Kongress 2014 – Smart Cities – Intelligente Lösungen für das Leben in der Zukunft veröffentlicht. Eine Vorabversion des Beitrag stellen wir Ihnen hier zur Verfügung: Generische Visualisierung strukturierter Daten.

Von der Wissenschaft zurück in die Praxis

Die in der Arbeit entstandene „Konsolidierungskarte“ haben wir mittlerweile als Landscape-Consolidation Map in unsere vGen Software aufgenommen. Die Visualisierung ist so designed, dass sie sich nicht nur für die Konsolidierung von IT-Landschaften eignet. Es ist außerdem möglich beispielsweise eine Geschäftsfeldkonsolidierung oder das Zusammenlegen von Organisationseinheiten darzustellen.

Mit wenigen Anpassungen kann die Darstellung sogar für den Rückweg verwendet werden: Müssen IT, Prozesse oder Organisationseinheiten nach einer Unternehmensaufspaltung „auseinandergefusselt“ werden, kann die Visualisierung auch dafür genutzt werden. Ein ausführliche Beschreibung der Elemente der Konsolidierungskarte finden Sie hier.

Zusammenfassung

Die in einem Industrieprojekt entwickelte EAM Visualisierung, die noch per Hand aktualisiert werden musste, war die Inspiration für eine Bachelor-Arbeit. Die Ergebnisse dieser Arbeit sind in unsere vGen-Software eingeflossen und stehen als Konsolidierungskarte zur Verfügung.

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